BGW17A IN PRAG – WIR, WENZEL, VEIT UND LÖW

Obwohl unser Bus am Montagmorgen noch früher als der eigentliche Schulbeginn in Richtung Prag startete, waren alle Schüler und Schülerinnen pünktlich, einigermaßen ausgeschlafen und sehr gespannt, wie die Klassenfahrt wohl werden würde.

Unser Busfahrer Herr Herter war nicht nur sehr freundlich, engagiert und sehr um unsere Laune bemüht, sondern brachte uns recht schnell nach Prag, so dass wir schon am frühen Nachmittag ankamen. „Hagen Nord war mit seiner stärksten Macht in Prag vertreten.“  Nachdem wir das Hotel bezogen hatten startete Frau Bauch gleich mit einer kleinen Stadtführung rund um unser Hotel und die angrenzende Altstadt. Jetzt wusste jeder, an welchen Türmen und Häusern man sich zu orientieren hatte und vor allem auch, wo Mensch sich versorgen konnte. Und jeder kannte nun auch den sogen. Ungeltplatz.

Der nächste Tag war zwar etwas kälter und verschneiter als gedacht, aber alle wissen, es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte  Kleidung und so machten wir uns auf zur Burg, dem Hradschin. Hier konnten wir an der großen Wachablösung teilnehmen und den Veits-Dom besichtigen. Nach der Aufwärm-Mittags-Pause ging es weiter zur Nikolas-Kirche, danach durch die Altstadt zurück - über den Wenzelsplatz und den Altstädter-Ring. Frau Bauch entpuppte sich hierbei als geniale Stadtführerin, die nicht nur alle Wege und Orte in Prag kannte, sondern auch noch deren Geschichte. Sie hat einfach uns alle trotz der Kälte für die Stadt erwärmt mit interessanten Details über die Geschichte, die Architektur, über die berühmten Persönlichkeiten Prags, über das kulturelle und wirtschaftliche Leben und über die tschechischen Spezialitäten – von denen wir auch einige kosten durften.

Am Mittwoch besuchten wir mit unserem Guide Lukas die Skoda-Werke. Hier haben wir im Museum die Geschichte der Skoda-Modelle und des Unternehmens kennengelernt, durften uns die neuen Modelle in der Autoschau anschauen und sind dann anschließend in zwei Werkshallen gefahren, wo wir die Produktion wirklich hautnah miterleben durften und viel über die betriebswirtschaftlichen und produktionstechnischen Abläufe erfuhren . Spannend war es zu sehen, wie ein ganzer Ort sich durch den Autohersteller verändert hat. Skoda verzeichnet derartig viel Nachfrage, dass momentan 2000 Arbeitsplätze unbesetzt sind- obwohl die Mitarbeiter sechs Tage die Woche arbeiten. Am Abend gingen wir alle zusammen in ein tschechisches Lokal um die heimischen Getränke und das  Essen zu testen und vor allem auch um uns über unsere neuen Erfahrungen und Eindrücke auszutauschen.

Am Donnerstag haben wir Prag nochmal zu Fuß erobert, die Kleine Seite (Malá Strana) mit der deutschen Botschaft, die eine besondere Bedeutung für die deutsche Wiedervereinigung hat und in deren Garten sich deshalb ein Trabbi auf Beinen befindet. Dann sind wir zum Petrin gegangen, dem kleinen Bruder des Eiffel-Turms um später am Kloster Strahov Mittagspause zu machen. Nach der Pause ging es weiter zum Wenzelsplatz mit dem Wenzel-Denkmal und zur Lucerna-Galerie, in der sich die Parodie des Denkmals - das berühmte aufgehängte Pferd befindet – und ein Paternoster, an dem wir viel Spaß hatten.

Den Freitagvormittag nutzten wir noch, um das jüdische Viertel zu besuchen, hier besichtigten wir die prunkvoll ausgestattete Spanische Synagoge, die Pinkas-Synagoge, die vor allem dadurch beeindruckte, dass man ihre Wände beschriftet waren mit allen 77297 Namen der bekannten ermordeten Juden aus Böhmen und Mähren und wir gingen über den jüdischen Friedhof mit dem Grab des bekannten Rabbi Löw und den rund 12000 Grabstelen. Abschließend besuchten wir die älteste noch für Gottesdienste genutzte Synagoge Europas – die Altneu-Synagoge – und Frau Bauch versorgte uns auch hier mit allen spannenden und relevanten Informationen.

Mittags ging es in Richtung Heimat und auch auf der Rückfahrt hat Herr Herter seinen Job wirklich gut gemacht,  so dass wir alle müde, aber glücklich und zufrieden wieder in Hameln landeten.

Alles in allem kamen wir zu dem Schluss, dass  im „die Klassenfahrt sehr schön (war), denn wir haben viele Dinge in Prag gesehen und es war mal was anderes.“ „Wir sind sehr viel gelaufen.“ „…doch die Schmerzen haben sich gelohnt, da wir viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln konnten.“ Und wir „haben zudem auch witzige und informative Dinge kennen gelernt,…“ „Wir haben neue Traditionen kennen gelernt: zu diesen Traditionen gehörten unter anderem Gerichte und Getränke.“ Und Herrn Franz Kafka zu verehren ist gar nicht so peinlich, wie gedacht….<s>
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Und mehr wird nicht verraten, denn „was in Prag passiert, bleibt in Prag...“