Handelslehranstalt Hameln – smarter Zugang zu digitalen Medien realisiert

Die Digitalisierung stellt insbesondere berufsbildende Schulen vor neue Herausforderungen. An der Handelslehranstalt Hameln haben wir bereits seit 2010 eine schulweit eingeführte, internetgestützte Lernumgebung eingesetzt und mit der digitalen Bildungsoffensive begonnen. Jährlich sind etwa 1.700 Schülerinnen und Schüler sowie ca. 80 Lehrkräfte in dem System aktiv. Die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler sowie besonders der Lehrkräfte rückt dabei immer mehr ins Zentrum unserer Arbeit. Ihre individuelle Stärkung und Akzentuierung auf berufliche Lernsituationen im Unterricht finden sich in didaktisch-methodisch angepassten Lernumgebungen wieder.

Medienpädagogisches Konzept: Single-Sign-On, Integration von Mailaccounts und Einbindung mobiler Geräte

Wir haben nach ersten Erfahrungen 2014 ein Medienteam gebildet, das sich ganz konkret mit der Umsetzung von pädagogischen Konzepten im Bereich der Digitalisierung beschäftigt. Durch die Ergebnisse einer kompetenzorientierten Befragung der Kolleginnen und Kollegen haben wir ein medienpädagogisches Konzept entwickelt und daraus die Anforderungen an die innerschulische Infrastruktur und Lernumgebungen definiert. Hauptanforderung war der Einsatz eines benutzerfreundlichen Single-Sign-On Systems, um Hürden in der IT-Nutzung für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrkräfte deutlich zu verringern. Darüber hinaus sollte unsere bestehende Kooperationsplattform (EDUPLAZA), die unter anderem individuelle Mailaccounts für Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zur Verfügung stellt, in das System integriert werden. Wir wollen uns noch stärker auf die pädagogische Lernbegleitung der Schülerinnen und Schüler ausrichten und didaktisch begründet, mit weiteren Software-Werkzeugen, in einer einfach beherrschbaren und zukunftsfähigen Portal-Lösung kollaborativ arbeiten.

Vom Landkreis Hameln-Pyrmont als Schulträger kam die Anforderung, eine zentral zu verwaltende IT-Infrastruktur an der Schule exemplarisch aufzubauen, damit später möglicherweise eine schulübergreifende Kooperation bei der Einbindung weiterer Schulstandorte schulträgerweit erfolgen kann. Der sichere Zugang zum Netz und die Einbindung von mobilen Endgeräten sollte über einen zentralen ID-Vermittlungsdienst realisiert werden.

„smarter Zugang“ zu allen Medien wie EduPlaza und WebUntis über UCS@school

Diese Anforderungen erfüllt die Softwarelösung „UCS@school“ von Univention in hohem Maße. Wir haben darauf aufbauend das Portal portal.hla-hameln.de in Zusammenarbeit mit unserem IT-Dienstleister, der Firma LINET-Services GmbH aus Braunschweig, aufgesetzt.

Durch das Portal können wir den Zugang zu den Medien „smart“ gestalten. Durch eine einmalige Anmeldung haben unsere Lehrkräfte und Schüler Zugang zum schulweiten und leistungsfähigen WLAN, Zugriff auf die Kooperationsplattform EduPlaza und die mit WebUntis erstellte Stunden- und Vertretungsplanung. Außerdem können sie sich datenschutzkonform über den Messenger Rocket.Chat austauschen. Die Lehrkräfte können außerdem noch auf ein Terminverwaltungs- und –Organisationswerkzeug, eine QM-Umfrageumgebung sowie ein semantisches Wissensmanagement-Wiki zur Arbeit mit dem Kernaufgabenmodell (KAM) des Landes Niedersachsen zugreifen. Zugleich werden zentrale Inhalte von Zusatzqualifikationen (wie TELC Sprachprüfungen) oder ECDL (IT-„Führerschein“) online und „on demand“ zur Verfügung gestellt und die Prüfungen zu vielen dieser Inhalte über das Portal auch online absolviert.

LDAP-Schnittstelle ermöglicht flexible Anbindung weiterer Programme und Apps wie opsi

Weitere Programme bzw. Apps können problemlos über die LDAP-Schnittstelle in UCS angebunden werden. Die gut 450 PC-Systeme und mehrere Serversysteme unserer Schule werden durch die Anbindung der Softwareverteilung „opsi“ der uib GmbH an UCS@school mit den jeweiligen Zugriffsrechten und tagesaktuellen Updates angesteuert.

Zentrale Steuerung der kompletten Schul-IT über UCS@school

Die Schüler-PCs, die der Schule gehören, lassen sich über UCS@school zentral in unseren Klassenräumen von den Lehrer-PCs aus steuern und ggf. einsehen. Passwörter können zurückgesetzt, Internetregeln definiert oder auch Prüfungen können zuverlässig ohne den Einsatz von USB-Sticks oder anderen Speichermedien realisiert werden. Funktionen wie Passwort-Reset verringern den Administrationsaufwand, da die Schülerinnen und Schüler ihre Passwörter selbstständig neu setzen können. Darüber hinaus haben wir die Möglichkeit, dass alle an der Schule beteiligten Gruppen von außen gesichert und zugriffsberechtigt auf relevante Daten und Programme zugreifen können.

Zentral werden die Daten mit dem Schulverwaltungsprogramm abgeglichen. Somit sind alle an UCS@school angebundenen Programme auf dem aktuellen Stand. Schülerinnen oder Schüler, die die Schule verlassen, werden automatisiert aus dem System gelöscht bzw. neue Schülerinnen und Schüler werden angelegt.

Lehrkräfte können sich auf pädagogische Arbeit konzentrieren

Der First-Level-Support wird über unsere entsprechend ausgebildeten Lehrkräfte und einen Schulassistenten realisiert. Der Second-Level-Support läuft über unseren Portal-Dienstleister. Die Dienstleister der darin eingebundenen unterschiedlichen Software-Werkzeuge sowie die Endgeräte-Hersteller decken den Third-Level-Support ab.

Datenschutz wird großgeschrieben

Dabei erfolgen der Service und die Updates des Systems über unseren IT-Dienstleister. Dieser kann über eine VPN-Verbindung auf das Intranet zurückgreifen und dieses nach unseren Anforderungen administrieren. Die Nutzerverwaltung im Portal liegt allein auf schulischen Servern und ist datenschutzkonform. Anbieter, die in das Portal eingebunden werden, müssen Verträge mit deutschen Rechenzentren nachweisen, die eine datenschutzkonforme Datenhaltung und -verarbeitung gewährleisten. Wir haben so erreicht, dass sich unsere Lehrkräfte im Wesentlichen auf ihre pädagogischen Kompetenzen konzentrieren können und die IT-Spezialisierung durch den IT-Dienstleister stattfindet.

Open Source für mehr Flexibilität

Durch die Wahl von Open-Source als zentrale ID-Management-Portal-Software sind wir nicht an einen spezifischen Anbieter gebunden und können kostengünstig die Anbindungen von Neuentwicklungen realisieren. Als Ziel haben wir uns gesetzt, dass die Verwaltung und Weiterreichung der Nutzer-Daten nicht mehr in unterschiedlichen Systemen stattfindet. Software, die dieses Ziel nicht unterstützt, wird sukzessive ersetzt.

Weitere Entwicklungen

Derzeit wird das System erweitert, indem ein Mobile-Device-Management der WLAN-fähigen Endgeräte für die Anforderung „Bring-Your-Own-Device“ realisiert wird. Darüber hinaus werden wir im Oktober 2018 an das Glasfasernetz in Hameln angeschlossen. Wir wollen eine synchrone Bandbreite von einem Gigabit pro Sekunde realisieren.

Neben der Implementation der technischen Umgebung sind das Erarbeiten und der Austausch von digital unterstützten Lernsituationen ein wesentliches Ziel der Zusammenarbeit der Lehrkräfte. Bereits jetzt werden bildungsgangbezogen die schulischen Lernsituationen digital zur Verfügung gestellt. Die Erarbeitung des schulischen Curriculums soll dabei kollaborativ von einem Wissensmanagementsystem unterstützt werden, das die semantische Verknüpfung aller grundlegenden Anforderungen einer Lernsituation dynamisch repräsentiert. Hier können wir auf den Erfahrungen mit unserem Kernaufgaben-Wiki aufbauen.

Das zeit- und ortsunabhängige Lernen soll weiter vertieft und ausgebaut werden. Konsequenterweise sollen nicht nur der Unterricht, sondern auch die Abschlussprüfungen in den Bildungsgängen mit entsprechenden digitalen Medien umgesetzt werden.

Zur Stärkung der Lehrkräfte findet auf der Basis eines schulischen Fortbildungskonzeptes eine Zertifizierung aller Lehrkräfte für zentrale ECDL-Inhalte statt.

Wir wollen auch damit zukünftigen Anforderungen gerecht werden.

Weitere Informationen siehe "Digitalisierung an der HLA".

 

Autoren: LE/SR