So geht "Europaschule" trotz Corona

© HLA-Hameln 2021

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„Democracy Matters“ – so heißt das ERASMUS+-Projekt, welches wir gemeinsam mit fünf Partnerschulen vor ziemlich genau einem Jahr angestoßen haben. Nachdem die Europäische Union ebenfalls von dem Projekt überzeugt war und die Erasmus+ Förderung zugesagt hat, haben sich alle Partner auf den Projektbeginn in Vargarda, Schweden gefreut - auf ein gemeinsames Treffen zum Austausch der erarbeiteten Ergebnisse musste man aus bekannten Gründen verzichten.

Dank der leistungsfähigen digitalen Lernumgebung der HLA ("HLA-PORTAL") konnte mitten in der CORONA-Pandemie im Dezember 2020 ein dreitägiges virtuelles Treffen für alle Partnerschulen im ERASMUS+ Projekt stattfinden. Mithilfe der in das HLA-PORTAL integrierten Videokonferenzumgebung (EDUPLAZA/BigBlueButton) konnten sich 35 Schülerinnen Schüler und 12 Lehrkräfte aus sechs Ländern rein virtuell treffen und das Thema "Demokratie in Europa" insbesondere am Tag der Menschenrechte 10.12. im Plenum diskutieren sowie in kleinen multinationalen Lehrer- und Schülerarbeitsgruppen in sogenannten Breakout-Rooms vertiefen. Mit den von den Schweden entwickelten Arbeitsmaterialien war auch die Verständigung auf Englisch kaum ein Problem.

Schnell wurde den Schüler*innen der HLA und ihren Partnerschüler*innen aus Andujar in Spanien, Angers in Frankreich, Cremona in Italien, Nove Zamky in der Slowakei und Vargarda in Schweden klar, warum die Erklärung der Menschenrechte entstand, wie bedeutend Menschenrechte sind und wie wichtig es ist, diese zu schützen. Gerade im Zuge einer zunehmenden Radikalisierung in Gesellschaften und diktatorischen Politikansätzen auch im europäischen Raum erschien es den Teilnehmenden besonders sinnvoll, sich mit anderen Ländern auszutauschen. Dies zeigt sich auch im Umgang mit der aktuellen Lage und den verschiedenen Ansätzen der Länder im Umgang mit der Corona-Krise. Die verschiedenen Ansätze wurden von den Schülerinnen und Schülern vorgestellt und diskutiert. Wenig bis kein Verständnis hatten die Schülerinnen und Schüler der Partnerschulen allerdings für das, ZITAT, „deutsche Jammern“, sprich das stete Infragestellen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Covid-Virus, und die Demonstrationen gegen eine vermeintlichen „Corona-Diktatur“. Insbesondere die stärker als Deutschland betroffenen Länder äußerten ihr Unverständnis ob dieses Verhaltens.

Für alle Schülerinnen und Schüler waren diese dreimal 180 Minuten an drei Tagen ein voller Erfolg. Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler und auch der Eltern sowie Presseberichte der Partnerschulen bestätigen dieses.

Auf diese Weise konnten wir das datenschutzkonforme HLA-PORTAL für unser ERASMUS+ Projekt optimal einsetzen ohne auf die bekannten, großen amerikanischen Plattformen zugreifen zu müssen, deren Nutzung in Schulen europaweit datenschutzrechtlich problematisch ist.

Einig waren sich alle, dass ein virtuelles Treffen kein Treffen in Präsenz ersetzen kann – die individuellen und persönlichen Kontakte bleiben im Hintergrund. Umso mehr hoffen alle, dass die nächsten Treffen in Spanien und Frankreich in Präsenz stattfinden können.

Autor: DE